Eine Endreinigung lässt sich genauer planen, wenn du zuerst die Wohnung beschreibst und erst danach nach einem Preis fragst. Zwei Wohnungen mit derselben Zimmerzahl können sehr unterschiedlich viel Arbeit machen. Entscheidend sind unter anderem der Zustand von Küche und Bad, die Anzahl Fenster, die Zugänglichkeit und die Frage, welche Flächen tatsächlich gereinigt werden sollen. Ein klarer Auftrag erspart Rückfragen und macht Angebote vergleichbar.
Die Wohnung in sinnvolle Bereiche aufteilen
Erstelle eine kurze Übersicht mit Zimmerzahl, ungefährer Wohnfläche und den Räumen, die zum Auftrag gehören. Denke auch an Eingangsbereich, Reduit, Kellerabteil oder Balkon. Nenne Räume ausdrücklich, die nicht gereinigt werden sollen. Bei einer möblierten Wohnung muss klar sein, ob Möbel bewegt werden dürfen und wer persönliche Gegenstände vorher entfernt.
Fotos helfen bei der Einschätzung, ersetzen aber die Beschreibung nicht. Fotografiere den aktuellen Zustand bei gutem Licht. Für eine öffentliche Ausschreibung reichen Ausschnitte ohne Namensschilder, Briefe oder persönliche Dokumente. Genaue Zutrittsangaben und sensible Bilder tauschst du erst im passenden privaten Kontakt aus.
Küche und Bad konkret beschreiben
Nenne in der Küche die Geräte einzeln. Backofen, Kühlschrank, Dunstabzug, Geschirrspüler und Schrankinnenflächen sind keine austauschbaren Positionen. Schreibe dazu, ob Geräte leer und abgetaut sind und ob Filter oder Bleche separat gereinigt werden sollen. Bei Einbaugeräten solltest du kein Herausziehen voraussetzen, wenn dadurch Anschlüsse oder Möbel beschädigt werden könnten.
Im Bad machen Kalk, Fugen, Duschtrennwände und schwer erreichbare Stellen einen Unterschied. Beschreibe starke Ablagerungen ehrlich. Flecken, beschädigte Beschichtungen oder verfärbte Silikonfugen lassen sich nicht immer durch Reinigung beseitigen. Frage bei empfindlichen Oberflächen nach einem geeigneten Vorgehen, statt ein bestimmtes aggressives Mittel zu verlangen.
Fenster, Böden und Aussenflächen abgrenzen
Gib bei Fenstern die ungefähre Anzahl, Grösse und Bauart an. Glasflächen, Rahmen, Falze, Fensterbänke und Storen sind unterschiedliche Arbeiten. Für Storen und hohe Fenster braucht es sichere Zugänge. Eine Aufnahme vom Boden hilft dem Betrieb zu entscheiden, ob zusätzliche Ausrüstung oder eine Besichtigung nötig ist.
Benenne Bodenbeläge möglichst genau, beispielsweise geöltes Parkett, Naturstein oder keramische Platten. Bestehende Schäden und bekannte Pflegevorgaben gehören in die Unterlagen. Auf Balkonen sind Wasserablauf, Stromanschluss und die Rücksicht auf darunterliegende Wohnungen wichtig. Entfernen von Farbe, Zement oder Klebstoff ist eine separate Leistung und sollte nicht beiläufig mitgemeint sein.
Termin und Nacharbeiten besprechen
Plane ausreichend Zeit zwischen dem Auszug der letzten Möbel und dem Reinigungstermin. Kläre, wann die Wohnung wieder betreten werden darf und wann die Abgabe stattfindet. Wenn ein Betrieb bei der Abgabe anwesend sein soll, gehört das ausdrücklich in die Offerte. Frage auch, wie ein später gemeldeter Punkt geprüft wird und welche Frist für eine Rückmeldung gilt.
Begriffe wie Abnahmegarantie haben ohne konkrete Bedingungen wenig Aussagekraft. Lass dir erklären, welche Leistungen, Termine und möglichen Nacharbeiten damit gemeint sind. Die Reinigung kann weder unbekannte Vorschäden beseitigen noch Entscheidungen einer Verwaltung vorwegnehmen. Die vereinbarte Leistung sollte deshalb unabhängig von einem Werbewort nachvollziehbar sein.
Vor der Zusage die offenen Punkte schliessen
Vergleiche die Offerte mit deiner Raumliste und halte Ergänzungen schriftlich fest. Prüfe, ob Material, Anfahrt, spezielle Ausrüstung und eine allfällige Entsorgung enthalten sind. Lege fest, wer Wasser und Strom bereitstellt und wie die Schlüsselübergabe erfolgt. So können beide Seiten vor Arbeitsbeginn erkennen, ob die Voraussetzungen stimmen.
- Sind alle Räume und Geräte mit derselben Beschreibung erfasst?
- Sind ausgenommene Flächen und bekannte Schäden festgehalten?
- Ist vereinbart, wie zusätzliche Arbeiten zuerst freigegeben werden?
- Sind Termin, Zugang und Ansprechperson eindeutig geklärt?
Dieser Ratgeber bietet allgemeine Orientierung. Für verbindliche Angaben zu deinem Projekt sind die konkrete Offerte und bei Bedarf eine fachliche Prüfung entscheidend.